Eine der umfassendsten und abwechslungsreichsten Stadtgeschichten erzählt das Hong Kong Museum of History in Tsim Sha Tsui. In einer Dauerausstellung widmet sich das Museum auf zwei Ebenen der Geschichte Hongkongs. „The Hong Kong Story“ umfasst acht Galerien, die sich mit den Themen Natur und Umwelt, Archäologie, Volksgeschichte und Ethnologie sowie der Historie der Stadt beschäftigen.
Die Besichtigung beginnt im Untergeschoss mit einer lebensnah gestalteten Ausstellung zur Naturgeschichte. Führt der Weg zuerst durch pseudosteinige Gänge, in denen die erdgeschichtliche Entstehung vor 400 Millionen Jahren dargestellt wird, erreicht man bald die erste große Halle, in der Naturszenen wie Wälder oder Flüsse nachgestellt sind. Beleuchtete Infotafeln geben Erläuterungen zur damaligen wie heutigen Tier- und Pflanzenwelt.
Der folgende Teil der Ausstellung ist nicht ganz so mitreißend: Verschiedene prähistorische Steine und Bruchstücke aus Bronze sowie Töpferarbeiten werden präsentiert, umgeben von künstlich nachgestellten Szenen aus dem Alltag der ersten Bewohner Hongkongs.
Nach Durchlaufen der nächsten Galerie, die sich mit der Geschichte der Dynastien von Han bis Qing befasst, erreicht man den Ausstellungsteil, der sich mit den ethnischen Gruppierungen und der Volksgeschichte Hongkongs befasst. Auf einem nachgebauten Schiff kann man hier die Lebensweise der Bootbewohner kennenlernen, bekommt Einblicke in die Herstellung von Salz beim Volk der Hoklo und besichtigt traditionelle Behausungen.
Farbenprächtiger Schmuck und Kleidung, die Nachstellung einer chinesischen Opernproduktion, Erklärungen zum traditionellen „bun mountain“ und zu anderen Festivitäten folgen. Infotafeln helfen, das Gesehene zuzuordnen und zu verstehen. Besonders spannend sind die Einblicke „hinter den Kulissen“, wie beispielsweise im Backstagebereich der chinesischen Oper.
Kolonialgeschichtliche Themen wie der Opiumkrieg und seine Folgen werden nicht ausgespart. Außerdem behandelt ein Teil der Ausstellung die Besetzung durch die Japaner im Zweiten Weltkrieg. Die letzte Galerie schließlich befasst sich mit der Nachkriegsgeschichte, beleuchtet die kulturelle und politische Entwicklung Hongkongs, Naturkatastophen und schlussendlich die Rückgabe an China.
Neuankömmlinge können hier viel über das kulturelle Bewusstsein der Einwohner und ihrer Regierung lernen, also lohnt es sich, etwas Zeit für diese letzte Station einzuplanen.
Tipp: Unbedingt nach den Videoshows Ausschau halten, die manchmal etwas versteckt sind. Diese fassen die Inhalte der einzelnen Galerien nochmal anschaulich zusammen und bieten zusätzliche Informationen und Bilder.